Rösler, Peter (García, Peter)
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Biografie, Polit-Sciencefiction
Foto: Matthias Eckert, Weimar

VITA

Peter Rösler (Pseudonym: Peter García) kam 1946 in Heidelberg als Sohn eines französischen Soldaten und einer deutschen Mutter zur Welt. Aufgrund seiner Herkunft und seines südländischen Aussehens musste er sich in der Nachkriegszeit mit Missbrauch, Gewalt und tief verwurzelten Vorurteilen innerhalb und außerhalb seiner deutschen Familie auseinandersetzen. Mit 14 Jahren brachte ihm sein deutscher Adoptivvater unsanft bei, dass sein wirklicher Vater französischer Besatzungssoldat war. Nach der Erreichung der Mittleren Reife wurde er zu einer ungeliebten Banklehre gezwungen. Der Aufschwung in seinem Leben setzte erst ein, nachdem er seine Familie und Deutschland verlassen hatte. Vier Jahre lang arbeitete er als Buchhändler für englische und russische Bücher in London. Wieder in Deutschland zurück studierte er Betriebswirtschaft und engagierte sich aktiv für linke politische Ziele. Anschließend arbeitete er für drei Jahre in Kolumbien als Maschinenimporteur und Übersetzer. Dabei ging es ihm wegen des spanischen Nachnamens seines leiblichen Vaters auch um das Erlernen der spanischen Sprache. Auf dem Rückweg nach Europa legte er in Portugal einen Zwischenstopp ein und besuchte einen Portugiesisch-Sommerkurs an der Universität Lissabon.

Nach seinem zweiten langen Auslandsaufenthalt ließ er sich in Hamburg nieder, wo er Industriemaschinen nach Lateinamerika und Asien exportierte und abends Indonesisch beim zuständigen Professor der Universität Hamburg studierte. Gleichzeitig suchte er intensiv nach seinem leiblichen Vater. Dabei stellte sich heraus, dass er Franzose spanischer Abstammung war, der im damals noch französischen Algerien gelebt hatte. Da drei Länder beteiligt waren, erschwerte das seine Vatersuche, die ein Vierteljahrhundert dauerte. Schließlich konnte er ihn in Südfrankreich ausfindig machen und treffen. Zu dieser Zeit heiratete er und lebt seitdem in Hamburg-Eimsbüttel. Jahre später lernte er auch seine französischen Halbgeschwister kennen, die ihn vorbehaltlos und mit großer Herzlichkeit aufnahmen. Die letzten 25 Jahre seines Berufslebens arbeitete er als Fachjournalist, Lateinamerika-Berater für deutsche Unternehmen, Handelskammern und Ministerien und stellvertretender Geschäftsführer im Lateinamerika Verein Hamburg. Während dieser Zeit wurde das Schreiben zu einem wichtigen Teil seiner beruflichen und privaten Aktivitäten: Er verfasste Länderanalysen und Zeitungsartikel hauptsächlich auf Deutsch sowie auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Indonesisch.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2012 betätigte er sich als Schriftsteller. Die Basis dafür bot sein bewegtes Leben, seine journalistische Tätigkeit, die breite Kenntnis der Sprachen, Kulturen und Länder anderer Völker und seine Erfahrungen mit der Politik. Bisher hat er Bücher und Artikel biografischen Inhalts und Polit-Sciencefiction geschrieben. In seiner Autobiografie „Franzosenbalg – Völker sind zum Mischen da“ stellte er nicht nur seine wechselvolle Lebensgeschichte und die bunte Mischung seiner Vorfahren dar, sondern bezog auch unmissverständlich Position zur Debatte über Fremdenfeindlichkeit und Migration. Auf Bitten seiner Verwandten in Frankreich organisierte er eine französische Version dieses Buches. Für die Datenbank Hamburger Frauenbiografien beschrieb er das Leben der Brasilianerin Aracy Moebius de Carvalho, die im Dritten Reich zahlreichen europäischen Juden das Leben rettete. Das Interesse an Science Fiction stammt aus seiner Jugendzeit. Dieses Genre bot ihm die Möglichkeit, aus der bedrückenden Atmosphäre zu Hause in fremde Welten und Realitäten zu entfliehen. Zwei Zukunftsromane sind fertiggestellt, ein dritter befindet sich in Arbeit. Veröffentlicht wurde der Roman „2084: Genies & rasierte Affen“. Die Protagonisten dieses Buches sind normale Menschen, Roboter, eine künstliche Intelligenz, Big Brothers geistige Erben, ältere Leute, die ihre Köpfe verpflanzen lassen und skrupellose Geschäftemacher, die Chimären aus Mensch und Tier erzeugen. Seine Zukunftsromane dienen nicht nur der Unterhaltung; in ihnen geht es auch um die großen Herausforderungen, mit denen die Menschheit konfrontiert ist.

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