Heidrun Schaller: Ohne Titel (Literatur lebendig halten 2020)

Literatur lebendig halten!

Eine Aktion der Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung anlässlich der Corona-Pandemie 2020

Autorenprofil Heidrun Schaller: http://www.hh-av.de/mitglieder/heidrun-schaller/

Ohne Titel

Drahtworte wehen

Fieber über den Fluß

Steine atmen Lichtspur

spannen Feuer

gehärtet der Block

schwebt

beschädigte Angst

im Wiegenlied

des Morgens

eingesperrt

in Zwischenwelten

nichts als Stein-Worte

wie Drachen

echt

Meißner Porzellan

zerbrechlich

schaurig schönes

Gefabel

Strohfeuer

das brückt nicht

von Mensch zu Mensch

Lufttreppen

siebenfach gehärtet

kompliziert gestrickter

eisenkalter Brief

unter dem Schnee

ein Rinnen Fließen

ein kleiner Engel

würgt

sich ans Licht

zu tanzen

auf der Strohbrücke

des Morgens

Wortformeln

ritualisieren

das Gerede

gestern heute

die Zweifel

an den Gesten

nächtens

Visionär

ins Spiel gebracht

Asche an der Wand

Menetekel

festgehaltener Hauch

schweigend

verloren die Krone

bestätigt

daß der nächste Zug

müde

aber nicht matt

Lust

auf Leben hat

in die Wasser

der Schöpfung

ohne Flügel

sich stürzen

im Moment

das Zweimaldrei

singen

gefangen im

Kleinkarierten

gegen den Spiegel

grimassieren

bis die Stimmen

herausscherben

Stunde um Stunde

weinen

in die Wüste ein

Grün

im Fallen

der Seele erzählen

vom Fremdsein

ruhelos

in der Wirklichkeit

jetzt

in der Stunde der Sterne

entdecken die Lust

ohne Auftrag

die Welt zu verändern

bergauf zu fließen

dieses höchst merkwürdige

Versteckspiel

hinter alten Rosen

überleben

Spuren im Spiegel

der Vernunft

geheimnisvoll

Kälte spüren

jeder Tag

unter der Haut

der harte Fels

ein gutes Mädchen

Flucht

zu den Hexen

baden gehen

das falsche Federkleid

in Fetzen

Erneuerung

leicht

Wendezeit

ein unveröffentlichter

Zauber

aus der Vergangenheit

ruft

aufstehen

den Apfel pflücken

keine Kunst

zählt die Schuld

kein Unheil folgt

nie wieder…

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