Günter Kunert bekommt Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein

Kaisborstel

Die Nachricht erreichte Günter Kunert (Foto) gestern Vormittag am Telefon: Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) teilte dem Schriftsteller mit, dass er den mit 20 000 Euro dotierten Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein erhält. „Jetzt kann ich in Anlehnung an John F. Kennedy endgültig sagen: „Ick bün Schleswig-Holsteiner“, sagte Kunert anschließend. Das war er natürlich auch schon vorher, daraus hat der gebürtige Berliner nie einen Hehl gemacht. Der Kunstpreis wird ihm im Oktober in Kiel überreicht.

Seit mehr als 30 Jahren lebt Kunert jetzt schon in Kaisborstel (Kreis Steinburg), dort hat der 85-Jährige nicht nur ein besonderes Verhältnis zu Land und Leuten entwickelt, das er in zahlreichen Prosastücken mit ironischem Hintersinn beschrieben hat, sondern auch viele seiner Gedichte geschrieben. Kunert zählt zu den bedeutenden deutschen Lyrikern der Gegenwart. „Wir sind in Schleswig-Holstein sehr stolz darauf, Günter Kunert zu ‚unseren‘ Schriftstellern zu zählen“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gestern. Stolz war Kunert zwar nicht, aber hocherfreut: „Nicht nur über die große Ehre, denn von der allein kann man nicht leben, sondern auch über die Münzen, mit denen die Auszeichnung verbunden ist.“

Der Kunstpreis des Landes wird alle zwei Jahre an Künstler verliehen, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Lande wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben. Preisträger sind unter anderem Detlef Buck, Feridun Zaimoglu, Klaus Florian Vogt und Elsbeth Arlt. Der Ministerpräsident verleiht den Preis auf Vorschlag des Künstlerischen Beirats unter Vorsitz von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW). Der Förderpreis (5000 Euro) geht an die Schauspielerin Maxine Kazis vom Kieler Theater. „Sie hat in vielen Rollen am Theater Kiel die ganze Bandbreite ihres Könnens als Schauspielerin und als Sängerin unter Beweis gestellt“, sagte Albig.
mas
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