Walter Kempowski

Verstorbenes Mitglied

 

Biografie

Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 in Rostock geboren, wo er die Oberstufe besuchte. 1947/48 hielt er sich zunächst in Hamburg, dann in Wiesbaden auf, wo er als Verkäufer in einer Labour-Kompanie der US-Army tätig war. 1948 wurde er bei einem Familienbesuch in Rostock wegen Spionage verhaftet und zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. 1956 erfolgte seine vorzeitige Entlassung aus dem Zuchthaus Bautzen und die Übersiedlung nach Hamburg. 1957 machte er Abitur in Göttingen und studierte dort an der Pädagogischen Hochschule. Danach war er zwanzig Jahre lang Lehrer in Norddeutschland. In den Jahren 1970 bis 1984 Veröffentlichung der "Deutschen Chronik". 1980 gründete Walter Kempowski das Archiv für unpublizierte Autobiographien. Er absolvierte zahlreiche Lesungen und Vortragsreisen im In- und Ausland, arbeitete 1987 als Dozent an der deutschen Sommerschule in Portland/USA, war Gastdozent an den Universität Taos/USA , La Joila/USA, Essen und Hamburg und hatte von 1980-91 einen Lehrauftrag für Fragen der Literaturproduktion an der Universität Oldenburg. Von 1981 hielt er viermal jährlich Literaturseminare im Haus Kreienhoop in Nartum, wo er, auf dem Lande zwischen Hamburg und Bremen, lebte. Kempowski war Mitglied des P.E.N.-Clubs und der Freien Akademie in Hamburg. Er starb am 5. Oktober 2007.

Veröffentlichungen

"Im Block. Ein Haftbericht" (1969); "Tadellöser & Wolff. Ein bürgerlicher Roman" ( 1971, von Eberhard Fechner für das ZDF verfilmt); "Uns gehts ja noch gold. Roman einer Familie" (1972); "Haben Sie Hitler gesehen? Deutsche Antworten" (1973); "Ein Kapitel für sich" (1975, von Eberhard Fechner für das ZDF verfilmt); "Aus großer Zeit" (1978; "Unser Herr Böckelmann" (1979); "Kempowskis einfache Fibel" (1980); "Beethovens Fünfte/Moin Vaddr läbt". Hörspiele (1982); "Herrn Böckelmanns schönste Tafelgeschichten" (1983); "Haumiblau. Pfenniggeschichten für Kinder" (1986); "Hundstage" (1988); "Sirius. Eine Art Tagebuch" (1990); "Das Echolot-Januar/Februar 1943" (1993): "Der arme König von Opplawur". Ein Märchen (1994); "Der Krieg geht zu Ende". Chronik für Stimmen (6 Tonkassetten, zus. mit Walter Adler, 1995); "Weltschmerz. Kinderszenen fast zu ernst" (1995); "Bloomsday '97" (1997); "Heile Welt" (1998); "Das Echolot - Januar/Februar 1945" (1999); "Alles umsonst" (2007).

Ehrungen und Preise

Zahlreiche Preise, darunter: 1971 Förderpreis des Lessingpreises der Stadt Hamburg, 1972 Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig, 1977 Karl-Scuka-Preis, 1980 Jakob-Kaiser-Preis (mit Eberhard Fechner), 1994 Konrad-Adenauer-Preis, 1995 Uwe-Johnson-Preis. 1996 Verleihung des Großes Bundesverdienstkreuzes.