Siegfried Lenz

Verstorbenes Mitglied

Geboren am 17. März 1926

Gestorben am 7. Oktober 2014

 

Biografie

Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt in Ostpreußen, geboren. Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg, wo er Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte studierte, ehe er 1950/51 als Redakteur für "Die Welt" arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg. Immer wieder schaltete sich Lenz abwägend und mit klarem Urteil in wichtige politische Debatten ein; 1970 begleitete er Willy Brandt, für den er aktiv eingetreten war, zur Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrags nach Warschau. Siegfried Lenz, der seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur zählt, wurde für sein ?uvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. In 2004 erhielt Siegfried Lenz als erster  den von der Hamburger Autorenvereinigung vergebenen Hannelore Greve Literaturpreis.

Siegfried Lenz verstarb am 7. Oktober 2014, an dem Tag, an dem die Hamburger Autorenvereinigung der Nobelpreisträgerin Herta Müller den Hannelore Greve Literaturpreis 2014 in einem Festakt im Hamburger Rathaus verlieh. Der Vorsitzende, Gino Leineweber, sagte in seiner Rede:
Am Anfang muss ich sie über den Tod unseres ersten Preisträgers Siegfried Lenz informieren.
Ausgerechnet heute, an dem Tag an dem wir die sechste Ehrung vornehmen und das 10jährige Jubiläum des Hannelore Greve Literaturpreises feiern, trifft uns diese Nachricht schwer.
Unser Freund und Ehrenmitglied Siegfried Lenz war eines unserer literarischen Aushängeschilder in der Hamburger Autorenvereinigung. Zusammen mit Walter Kempowski, Günter Kunert und Arno Surminski stand er für eine Schriftstellergeneration, die ihre Lebenserfahrungen aus freiheitsberaubenden Diktaturen und den Mechanismen von Unterdrückung in ihr Werk und in ihr Leben eingebracht haben.
Wir haben seine schriftstellerischen Leistungen mit der ersten Vergabe des Literaturpreises, zu dessen Verleihung wir heute zusammengekommen sind, an dieser Stelle und in diesem Raum, im Jahre 2004 gewürdigt. Der herausragende Schriftsteller Siegfried Lenz setzte ein Signal für diesen Preis.

Veröffentlichungen

Auswahl:
"Es waren Habichte in der Luft" (1951), "So zärtlich war Suleyken" (1955), "Der Mann im Strom" (1957), "Brot und Spiele" (1959), "Zeit der Schuldlosen" (Theaterstück, 1961), "Lehmanns Erzählungen" (1964), "Haussuchung" (Hörspiel, 1967), "Deutschstunde" (1968), "Der Geist der Mirabelle" (1975), "Heimatmuseum" (1978), "Der Verlust" (1981), "Exerzierplatz" (1985), "Die Auflehnung"(1994), "Über den Schmerz", (Essay, 1997), "Arnes Nachlass" (1999), "Fundbüro" (2003).

Ehrungen und Preise

Hannelore-Greve-Preis 2004.

Weitere Bilder

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