Dieter Meichsner

Verstorbenes Mitglied

 

Biografie

Dieter Meichsner wurde am 14.02.1928 in Berlin geboren und ging dort zur Schule.1945 war er als siebzehnjähriger "Hitlerjunge" (Volkssturm) in der Schlacht um Berlin. 1946 begann Dieter Meichsner sein Studium an der Humboldt-Universität in Berlin-Ost. Im gleichen Jahr hatte er seine erste Begegnung mit dem Verleger Ernst Rowohlt. Kurt W. Marek (C.W. Ceram) und Ernst von Salomon ermutigten ihn zum Schreiben. 1948 setzte Dieter Meichsner sein Geschichtsstudium an der "Freien Universität Berlin" und in Edinburgh sowie Stockholm fort. Er war Mitglied des Studentenparlaments. 1957 heiratete er Dr. phil Edith Neise und wurde Vater von zwei Kindern. Durch Hans Gottschalk (Süddeutscher Rundfunk) wurde er 1958 für die Fernsehspielarbeit gewonnen. Egon Monk holte ihn 1966 als Chefdramaturgen zum NDR nach Hamburg. Im August 1968 wurde Dieter Meichsner Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel im NDR und seit September 91 arbeitete er wieder als freier Schriftsteller. Dieter Meichsner verstarb am 1. Februar 2010 in Gauting bei München.

Sonstige Aktivitäten

Aus dem Nachruf DER SPIEGEL 6/2010
Als Meichsner nach Abschluss des Studiums 1950 beschloss, freier Schriftsteller zu werden, hatte er bereits den ersten vergleichsweise erfolgreichen Roman geschrieben. Doch erst als er 1966 Chefdramaturg und zwei Jahre später Fernsehspielchef des NDR wurde, machte er sich auch über die kleinen Literaturzirkel hinaus einen Namen. Und er revolutionierte das Fernsehen, indem er einen 90-Minuten-Film so anlegte, als handelte es sich um einen Roman. Neben Jurek Becker, der eigentlich Schriftsteller famose Drehbücher fürs Fernsehen schrieb, war Meichsner einer der wenigen, für die es kein Widerspruch war, als ernsthafter Literat fürs vermeintlich seichte Fach zu arbeiten. So war Meichsner für die Ausstrahlung des allerersten "Tatort", "Taxi nach Leipzig", verantwortlich. Er provozierte mit Filmen wie "Alma Mater", in dem er 1969 wenig verklausuliert sein Missfallen über die bewegten Strukturen der Apo in Berlin äußerte, er kreierte Serien wie "Schwarz-Rot-Gold mit Uwe Friedrichsen in der Hauptrolle, in der er der korrupten Wirtschaftswelt den Spiegel vorhielt.

Veröffentlichungen

"Versucht's nochmal mit uns" (1948), "Weißt Du, warum?"(1952), "Die Studenten von Berlin" (1954), "Abrechnung" (1998). Hörspiele und Radio-Features wie z.B. Besuch aus der Zone (Hörspiel 1956)
Fernsehspiele: "Besuch aus der Zone" (1958), "Nachruf auf Jürgen Trahnke" (1961), "Preis der Freiheit" (1966), "Wie ein Hirschberger Dänisch lernte" (1968), "Novemberverbrecher" (1968), "Alma Mater" (1969), "Eintausend Milliarden" (1974) "Stechlin" (nach Fontane) (1975), Schwarz Rot Gold (18 Wirtschaftskrimis ab 1982), "Imken, Anna und Maria" (1994), "Die Achte Todsünde: Gespensterjagd" (2001)

Ehrungen und Preise

Schiller-Preis Baden-Württemberg, Jakob Kaiser Preise, FS-Preise der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, Ernst Schneider-Preise, Alexander Zinn-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg, Goldene Kamera, Grimme-Preise, Telestar, Bundesverdienstkreuz am Bande u. a.