László Kova: Geständnisse posthum an meine Mutter und meinen Vater(Literatur lebendig halten 2020)

Literatur lebendig halten!

Eine Aktion der Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung anlässlich der Corona-Pandemie 2020

Autorenprofil László Kova: http://www.hh-av.de/mitglieder/laszlo-kova/

Geständnisse posthum
an meine Mutter und meinen Vater

Danke,
ihr hattet mir das Leben geschenkt,
auch Liebe, Geduld,
Verstand und Kraft.
Als Kind und junger Mann
habe ich Vieles falsch gemacht.
Das wollte ich so nicht.
Nein! Überhaupt nicht!
Dass  einmal
aus mir ein Erwachsener wird,
begriff ich lange nicht.
Auch nicht die Verantwortung damit.

Ich richte mich fortlaufend und unermüdlich
nach euren, mir vermittelten
Kenntnissen und Erfahrungen.
Dennoch gelingt mir alles nicht.
Das Böse besiegt in mir unentwegt das Gute.
Immer wenn ich umarmen wollte, schlug ich zu.
Wollte ich den richtigen Weg gehen,
wich ich irrtümlich auf den falschen ab.
Wenn meine Absicht war Lob auszusprechen,
schimpfte ich letztlich mit allen ungemein.
Statt freundlich zu sein, biss ich wie eine Hyäne.
Aber warum?
Warum?
Ich fasse es nicht.

Warum klappt es mit mir lebenslang nicht?
Warum sind meine Pläne und Taten
so unterschiedlich krass?
Wie lange Zeit brauche ich noch,
so gut zu sein,
wie ihr wart?

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