Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft 2018

Team Maritim als einziges Nordteam in Zürich dabei

Remy Johannsen und Karsten Lieberam-Schmidt jubeln, denn soeben erfuhren die beiden Reinbeker Team-Slammer, dass ihr Duo, das „Team Maritim“ die Qualifikation zur 22. deutschsprachigen Meisterschaft im Poetry-Slam geschafft hat. Nun fahren sie als einziges Nordteam im November nach Zürich, um in der Königsdisziplin, dem Team-Wettbewerb der 20 besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Fahnen Schleswig-Holsteins und Hamburgs hochzuhalten.

Mehr Teams als jemals zuvor haben dieses Jahr versucht, sich zu qualifizieren, denn der SLAM2018 soll ein Event der Rekorde werden, bei dem natürlich alle dabei sein wollen. Als größtes Literaturfestival der Welt wird er mit erwarteten 20.000 Zuschauern alles Bisherige in den Schatten stellen. Derzeitige Rekordhalter sind mit jeweils rund 15.000 Besuchern noch die Slam-Meisterschaften 2011 in Hamburg und 2014 in Dresden. „Zum Glück haben wir das große Interesse an Zürich vorhergesehen und uns daher mehr als ein Jahr lang intensiv auf den Team-Slam konzentriert, das zahlt sich jetzt aus“, so der erfahrene Slam-Poet Lieberam-Schmidt, dem im Vorjahr noch eine der seltenen Doppelqualifikationen für beide Wettbewerbe gelungen war. In Hinblick auf die angestrebte Team-Qualifikation zum SLAM2018 jedoch verzichtete er seit Sommer 2017 weitgehend auf Solo-Auftritte.

„Die Geschichte unseres Teams ist total verrückt“, findet Remy Johannsen, „denn es entstand durch eine Reihe von Zufällen.“ 2015 gewann die damals erst elfjährige Schülerin als jüngste Starterin den von Lieberam-Schmidt organisierten Singer-Slam und kam nach einer zufälligen Begegnung beim Einkaufen auch zu seiner Norddeutschen Slamwerkstatt für U20-Slammer/innen und seinem Wentorfer U15-Slam. Weil eine andere Nachwuchspoetin einen Termin verwechselt hatte, sprang Remy spontan bei einer Probe ein, und das „Team Maritim“ war geboren. „Wir haben anfangs geslammte Abenteuer von Möwe und Fisch oder verliebten Quallen auf die Bühne gebracht, was auch zu unserem Team-Namen führte“, so Karsten Lieberam-Schmidt, für den die diesjährige Meisterschaftsqualifikation bereits die zehnte ist (sieben im Team- und drei im Einzel-Wettbewerb). Dass Remy Johannsen bereits über Bühnenerfahrung vor großem Publikum verfügte – sie spielte u. a. eine Kinderrolle im Musical „Das Wunder von Bern“ -, wusste der slammende Agraringenieur zu diesem Zeitpunkt noch nicht, erkannte aber sofort ihr Potential. Und Remys Bühnenliebe sollte sich als großer Pluspunkt erweisen, denn wer sich vor 1.000 Musical-Zuschauern wohl fühlt, ist auch beim Poetry-Slam richtig. Derzeit gehört das Team Maritim zu den am häufigsten auftretenden deutschsprachigen Teams und gewann u. a. mit dem Lübecker Hörsaalslam vor über 600 Zuschauern den größten Poetry-Slam Schleswig-Holsteins. Dennoch geben sich die beiden bescheiden: „Die Mehrzahl der qualifizierten Teams ist besser als wir, insbesondere natürlich jene, die mit dem Slammen zumindest Teile ihres Lebensunterhalts verdienen. Wir dagegen machen das nur aus Spaß.“

TEAM-POETRY-SLAM:

Das Slammen im Team gilt als Königsdisziplin des Poetry-Slams, zum einen, weil es besonders schwierig ist, zum anderen, weil es aufgrund der vielen Möglichkeiten des miteinander Agierens bunter, vielfältiger und noch lebendiger ist als das Einzel-Slammen. Um zu diesen „Paradiesvögeln des Poetry-Slams“ zu gehören, muss man insbesondere sehr gute Teamfähigkeiten mitbringen, dialogisch und szenisch denken und schreiben können und deutlich mehr proben als zum Beispiel Solo-Poeten. Zudem müssen Teams ihr gemeinsames Schreiben, Proben und regelmäßiges Auftreten natürlich organisieren und koordinieren, was von Newcomern oft unterschätzt wird.

LINK ZUM SLAM2018, DEN 22. DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTERSCHAFTEN IM POETRY-SLAM VOM 06.-10.11. IN ZÜRICH:

https://slam2018.ch/

Copyright: Karsten Lieberam-Schmidt, Remy Johannsen

Copyright: Karsten Lieberam-Schmidt, Remy Johannsen

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