Süleyman Deveci: Interview mit Sabine Witt

Hier zwei Auszüge aus dem Interview:

Wie sind Sie zur Literatur gekommen? Was waren Ihre Beweggründe? Vor allem seit wann sind Sie mit Literatur verbunden bzw. leben mit ihr zusammen?

– Ich kann eigentlich fast behaupten von Geburt an. Ich war noch ganz klein, also noch weit vor dem schulpflichtigen Alter, als ich schon unbedingt lesen und schreiben lernen wollte. Meine Eltern hatten keine Wahl, außer es mir beizubringen. Ich kann Ihnen ein Beispiel zeigen, hier ein Märchenbuch der Brüder Grimm aus meinen Kindheitstagen. Schauen Sie mal, schon damals habe ich die Märchen im Inhaltsverzeichnis durch unterschiedliche farbliche Markierungen nach verschiedenen Kriterien geordnet und kategorisiert, wobei ich heute natürlich nicht mehr weiß, unter welchen Geschichtspunkten.

Was ist die Hamburger Autorenvereinigung (HAV) und wie sind Sie dazu gekommen Vorsitzende zu werden?

–  Eine lange Entwicklung hat mich auf diesen Posten geführt. Aber erst zum Verein. Die Vereinigung wurde 1977 gegründet. Die erste Vorsitzende war Rosemarie Fiedler-Winter (2012 verstorben). Sie wollte höchstens für ein halbes Jahr die Leitung übernehmen; daraus wurden 25 Jahre. Ihr folgte Gino Leineweber für 12 Jahre, und seit 3 ½ Jahren habe nun ich das Amt inne. Wie haben ca. 200 Mitglieder. Davon 150 aktive, also schreibende und 50 Fördermitglieder. Sie kommen großteils aus Hamburg und dem Hamburger Umland, aber auch aus ganz Deutschland und dem Ausland. So haben wir Mitglieder u.a. aus der Türkei, aus Spanien, Litauen, Syrien und aus Bangladesch. Der junge Blogger Ananya Azad wurde dort mit dem Tode bedroht und musste flüchten. Wir machen viele Lesungen und loben mehrere Literaturpreise aus. Gerade vor ein paar Tagen haben wir bekanntgegeben, dass der diesjährige Hannelore-Greve-Literaturpreis 2018 an Ulla Hahn gegeben. Dieser Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird im jährlichen Wechsel mit dem Walter-Kempowski-Förderpreispreis verliehen. Die Preisverleihung erfolgt im Herbst. Bisherige Preisträger waren unter anderem Siegfried Lenz, Arno Surminski und Herta Müller. Gesponsert werden diese Literaturpreise erfreulicherweise von der „Hannelore-und-Helmut-Greve-Stiftung für Kultur und Wissenschaften“. Es gibt auch zwei interne Preise, die wir ausloben. Zum Beispiel wird am 28.6. der  Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung zum Thema „Heimat“ verliehen, Das anwesende Publikum entscheidet, wer die 3 Preisträger/innen sein werden.

Im jährlichen Wechsel damit vergeben wir unseren „Lyrikpreis“.

Das sind so die Schwerpunktarbeiten. Also Preisvergaben, Lesungen, andere, auch musikalische Veranstaltungen, Thementage (dieses Jahr zu Klopstock) organisieren. Wir halten also die Fahne der Literatur in Hamburg hoch! Versuchen, diese etwas vernachlässigte Sprache der Literatur in Hamburg bekannter zu machen. Ich finde es sehr wichtig, egal wie wenig Budget wir haben, mit unseren Möglichkeiten die Literatur hier in Hamburg noch bekannter zu machen. Es gibt in Hamburg dafür auch andere Organisationen, z. B. das Literaturhaus, aber wir als Hamburger Autorenvereinigung haben unsere eigene Verantwortung und unseren Weg. Wir geben allen unseren Mitgliedern die Möglichkeit, aus ihren Werken zu lesen. Außerdem geben wir, wie bereits gesagt, regelmäßig Anthologien mit Beiträgen unserer Mitglieder heraus, und sie können ihre Bücher über uns in der „Edition HAV“ veröffentlichen.

Ein weiteres meiner Hauptanliegen ist es, unsere Schriftsteller und Schriftstellerinnen miteinander zu vernetzen, damit diese miteinander bekannt werden. So wie wir hier uns damit beschäftigt haben, über die Vereinigung ein Netzwerk bilden. Ich kam über meinen Vorgänger Gino Leineweber zur Autorenvereinigung. Wir lernten uns vor vielen Jahren kennen, waren beide in der buddhistischen Gesellschaft Mitglied und haben beide irgendwann in der Redaktion der Vereinszeitschrift „Buddhistische Monatsblätter“ angefangen zusammenzuarbeiten. Seine Assistentin in der Hamburger Autorenvereinigung hörte irgendwann auf und ich übernahm da. Zuvor hatte ich bei den Veranstaltungen die Eintrittskarten verkauft. Ich wurde dann auch schnell Mitglied, dann Vorstandsmitglied, dann stellvertretende Vorsitzende. Als Gino Leineweber nach 12 Jahren aufhören wollte, fragte er mich ob ich sein Amt übernehme. Natürlich habe ich gern ja gesagt. Es verlief wie in der typischen „Vom Tellerwäscher zum Millionär- Geschichte: von der Eintrittskartenverkäuferin bis zur Vorsitzenden.

Das gesamte Interview finden Sie auf dem Blog von , unter diesem Link:

Interview mit der Hamburger Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Lektorin, Übersetzerin und Stadtführerin Sabine Witt

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